

Die Menschen
von W. Wolff

Alten Aufzeichnungen zufolge sind die ersten Bewohner auch "Guanchen" genannt etwa 3.000 v.Chr. auf der Insel aufgetaucht. Woher sie kamen ist wissenschaftlich nicht vollkommden geklärt. Möglicherweise wurden sie beim Fischen vor der afrikanischen Küste vom Wind nach Lanzarote abgetrieben. In Stein gravierte Schriftfunde ähneln denen in Nordafrika, weshalb diese Theorie als wahrscheinlich gilt. Die Altkanarier waren Hirten und Bauern, die Schweine, Ziegen und Schafe hielten. Auf den fruchtbaren Böden der Insel wurden Bohnen, Erbsen, Gerste und Weizen angebaut. Diese Arbeit wurde von Frauen ausgeführt. Das Hauptnahrungsmittel war "Gofio", ein Gerstenmehl mit Wasser zubereitet.

In Buchten mit flachem Wasser wurden die Fischschwärme mit dem Saft von Wolfsmilchgewächsen betäubt und gefangen. Später nutzte man Angehaken, die aus Knochen oder Holz hergestellt waren. Hinzu kamen die ersten aus Binsen geflochtenen Fischnetze. Heute befindet sich in der Hauptstadt Arrecife eine der größten Fangflotten der kanarischen Inseln. Gefischt wird u.a. auch vor der afrikanischen Küste. Gefangene Fischarten sind: Sama, Cherne, Vieja, Dorada, Merluza, Aabrilla, Pescadilla, Sargo, Sardina und Thunfisch. Obwohl die Fischer manchmal bis zu 16 Stunden auf See verbringen ist auch hier ein Rückgang der Fischmengen zu verzeichnen

Die Menschen auf Lanzarote haben einen ständigen Kampf gegen Trockenheit, Wassermangel und die ausbrechenden Vulkane bestanden. Schließlich hat man sich den harten Bedingungen angepasst und die wenigen Ressourcen optimal genutzt. Mehrere Vulkanausbrüche haben in der Zeitgeschichte der Insel drastische Verminderung von Lebensmitteln und damit Jahre andauernde Hungersnöte zur Folge. Wer nicht in primitiven Höhlen lebte, baute aus Stein geschichtete Häuser, bei denen der Ofen außen angeordnet war. In Tonschalen geröstetes Gerstenmehl wurde mit Wasser oder dem Saft von Früchten und Honig zu einem Brotersatz der armen Bevölkerung.

CESAR MANRIQUE
Der Maler und Bildhauer wurde 1920 auf Lanzarote geboren und hat auf ihr eine Architektur entwickelt, die sich absolut an die Umwelt anpaßt und ein hohes Maß an Feingefühl und Ästhetik widerspiegelt. Er war ein Vorkämpfer für umweltbewußtes Handeln und seine Devise war die Verbesserung der Lebensqualität. Seine zahlreichen Werke sind heute Modelle für ethisches Schaffen und Werke wie "Jameos del Agua", "Mirador del Rio", sein früheres, halb unterirdisches Wohnhaus in Tahice, das heute Sitz seiner Stiftung ist, und vieles andere mehr sind bleibende Zeugen seines Wirkens auf der Insel und untrennbarer Teil seiner Kulturgüter.
Cesar Manrique starb 1992 bei einem Autounfall.

Der Karneval in den Städten und Dörfern Lanzarotes ist für die Menschen ein absolut großes Ereignis und zählt zu den Höhepunkten des Jahres für Einheimische und Touristen. Wer dieses miterlebt hat, fühlt sich bei der Pracht von Kostümen und Festwagen an den Karneval von Rio erinnert. Und das alles bei angenehm milden Temperaturen.